{"id":5067,"date":"2024-07-02T13:35:48","date_gmt":"2024-07-02T11:35:48","guid":{"rendered":"https:\/\/ida.rwth-aachen.de\/?page_id=5067"},"modified":"2025-07-30T12:28:16","modified_gmt":"2025-07-30T10:28:16","slug":"thema-3","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ida.rwth-aachen.de\/?page_id=5067","title":{"rendered":"Thema"},"content":{"rendered":"\n<p>\u201eArchitektonische Phantasie w\u00e4re demnach das Verm\u00f6gen, durch die Zwecke den Raum zu artikulieren,\u00a0sie Raum werden zu lassen; Formen nach Zwecken zu errichten. Umgekehrt kann der Raum und das\u00a0Gef\u00fchl von ihm nur dann mehr sein als das arm Zweckm\u00e4\u00dfige, wo Phantasie sich in die Zweckm\u00e4\u00dfigkeit versenkt.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a><sup>\u00a0<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Seit 2017 geht die Aachener Tagung \u201eIdentit\u00e4t der Architektur\u201c einer zun\u00e4chst auf acht Veranstaltungen angelegten Reihe zu&nbsp;<em>Grundlagen der Architektur&nbsp;<\/em>nach.&nbsp;In den bereits vergangenen sieben Tagungen sind wir in chronologischer Reihenfolge den Inhalten von&nbsp;<em>Ort<\/em>, von&nbsp;<em>Material<\/em>, von&nbsp;<em>Funktion<\/em>, von&nbsp;<em>Konstruktion<\/em>, von&nbsp;<em>Raum<\/em>, von&nbsp;<em>Form&nbsp;<\/em>und von&nbsp;<em>Zeit&nbsp;<\/em>nachgegangen, mit der achten Tagung und mit dem Begriff&nbsp;<em>Zweck&nbsp;<\/em>folgen wir den von \u201eau\u00dfen\u201c wirksam werdenden Grundlagen der Architektur weiter nach und schlie\u00dfen die Reihe damit ab.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Acht&nbsp;<em>Grundlagen&nbsp;<\/em>also, mit denen sich der Anspruch verbindet \u2013 gleich einer Inventur der Architektur \u2013 wesentliche Beschreibungen der Disziplin und methodologische Hinweise auf das Entwerfen sammeln und aufschlie\u00dfen zu k\u00f6nnen. Erst eine grundlegende Beschreibung der Architektur kann retrospektiv zu kritischen Fragen f\u00fchren, einerseits nach den topologischen Grundlagen, beispielsweise nach der Transkription von \u201eOrt, Zeit und Zweck\u201c in der Architektur, und andererseits nach den typologischen Grundlagen, zum Beispiel nach der Nachhaltigkeit von \u201eMaterial, Konstruktion, Form, Funktion und Raum\u201c in der Architektur. Im Umkehrschluss f\u00fchren solche Einsichten zu prospektiven, methodologischen Hinweisen auf das Entwerfen. In der entwurflichen Herangehensweise lassen sich immerfort zwei Sinnzusammenh\u00e4nge ausmachen \u2013 das&nbsp;<em>Vorgefundene&nbsp;<\/em>und das&nbsp;<em>Vorgestellte&nbsp;<\/em>\u2013, aus denen und aus deren Verkn\u00fcpfungen heraus das Entwerfen und der Entwurf erst richtig verstanden und gedeutet werden k\u00f6nnen: Topos und Typus.<a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>I. Topologie oder Lehre von der R\u00e4umlichkeit der Orte<\/p>\n\n\n\n<p>In Anwendung auf die hier angesprochenen&nbsp;<em>Grundlagen der Architektur<\/em>&nbsp;und auf eine in Aussicht gestellte Methodologie des Entwerfens wird der Begriff \u201eTopologie\u201c in Abhebung von den Naturwissenschaften erweiternd als&nbsp;<em>Lehre von der R\u00e4umlichkeit der Orte<\/em>&nbsp;verstanden. Gemeint ist die vorgefundene Gesamtheit einer erfahrbaren und wahrnehmbaren Situation. Raumzeitliche Bedingungen spielen ebenso wie kulturell- gesellschaftliche Verfasstheiten mit in diese Wirklichkeit hinein. Im Anschluss an die Begrifflichkeiten vom \u201egelebten Raum\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>&nbsp;und von \u201egelebter Zeit\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>&nbsp;w\u00e4re hier vom gelebten Ort zu sprechen, der die Gesamtheit der subjektiv erfahrbaren und wahrnehmbaren Wirklichkeit umfasst. Die \u201e\u00e4u\u00dferen\u201c Grundlagen \u2013 Ort, Zeit und Zweck \u2013 sind dem Begriff \u201eTopologie\u201c gliedernd zuordenbar. Der Standpunkt im Vorgefundenen l\u00e4sst f\u00fcr das Entwerfen sinnhafte Fragen aufkommen: Wie schreibt sich Architektur dem Ort und der Ort der Architektur ein; inwiefern entspricht Architektur ihrer Zeit, der Gegenwart; in welcher Weise kann Architektur verschiedene Kulturen des Wohnens erm\u00f6glichen? Und, wie \u00fcberhaupt kommen Ort,<a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>Zeit<a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>&nbsp;und Zweck in das Entwerfen und den Entwurf? Architektur hat sich diesen \u00e4u\u00dferen Einfl\u00fcssen gegen\u00fcber nicht zu verschlie\u00dfen, sondern sich offen zu halten, also, eine offene Architektur. Nicht immer ist das der Fall gewesen. Noch im ausgehenden 20. Jahrhundert hatte es vielfach Autonomiebehauptungen und -zuschreibungen an die Architektur gegeben, die sich zu Beginn der 1970er-Jahre gegen eine formale Armut und Unwirtlichkeit funktionalistischer Planungen richtete: \u201eThema und Inhalt der Architektur kann nur die Architektur selbst sein.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftn7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>&nbsp;So wendet sich Oswald Mathias Ungers in der Einleitung seines Hauptwerks&nbsp;<em>Die Thematisierung der Architektur<\/em>&nbsp;gegen den Funktionalismus seiner Zeit, den er als Krise der Architektur wahrnimmt. Doch der hier zitierte Satz ist auch in Ungers eigener Argumentation nicht schl\u00fcssig, eine radikale Zuspitzung, die aber gedanklich in die Enge f\u00fchrt, denn woher sollten die Themen kommen, die seiner Ideenlehre zugrunde liegen, wenn nicht von einem Au\u00dfen, aus der Welt der Ideen. Und auch der Ort, dem Ungers \u201eDas Thema der Assimilation. Oder die Einpassung in den Genius loci\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftn8\"><sup>[8]<\/sup><\/a><sup>&nbsp;<\/sup>widmet, und an dem er die Architektur grunds\u00e4tzlich beginnen l\u00e4sst, findet sich anf\u00e4nglich sicher nicht in der Architektur selbst, sondern ist dieser immer erst einzuschreiben. Schlussendlich kann auch Ungers Forderung nach einer \u201eArchitektur in gesellschaftlicher Verantwortung\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftn9\"><sup>[9]<\/sup><\/a>&nbsp;eben nicht ohne Gesellschaft gedacht und vorgestellt werden.<a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftn10\"><sup>[10]<\/sup><\/a><sup>&nbsp;<\/sup>Unter dem Gedanken der Autonomie scheint in der Geschichte der Architekturtheorie immerfort die \u00fcberkommene Vorstellung von einer Architektur als Kunst durch, eine Vorstellung, von der wir uns abzuheben suchen, vorl\u00e4ufig und hier mit der \u201eTopologie\u201c der Architektur: Sinn und Bedeutung kann Architektur nicht intrinsisch, nicht aus sich selbst heraus hervorbringen, sondern allein von den Transkriptionen des \u00c4u\u00dferen her erlangen, von der Wirklichkeit der Orte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><span class=\"collapseomatic noarrow\" id=\"id6a134e6212193\"  tabindex=\"0\" title=\"mehr lesen...\"    >mehr lesen...<\/span><span id='swap-id6a134e6212193'  class='colomat-swap' style='display:none;'>weniger lesen...<\/span><div id=\"target-id6a134e6212193\" class=\"collapseomatic_content \"><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Exkurs:&nbsp;<em>Transkriptionen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Jeder Entwurf ist ein idealistisches Projekt, erdacht f\u00fcr eine Welt, die wiederum ein idealistischer Entwurf ist: nur eine Vorstellung. Das&nbsp;<em>architektonische Denken<\/em>&nbsp;geht auf ein und demselben Weg in beiden Richtungen voran. Ideen werden auf die Architektur \u00fcbertragen und mittels der Architektur werden Ideen erkannt. Beide Vorg\u00e4nge setzen eine wechselseitige Transkription voraus, um von der einen auf die andere Seite zu gelangen. Ein Ereignis, zum Beispiel ein Fest, f\u00fchrt zu einem architektonischen Raum, beispielsweise einem Saal. In gleicher Weise gibt der Saal auch dann noch Auskunft \u00fcber das Fest, wenn es l\u00e4ngst vor\u00fcber ist. In der einen, wie in der anderen Richtung beschreibt der Vorgang der Transkription das Entwerfen selbst und stellt den Entwurf als idealistische Annahme vor: von Architektur und von Welt. Anstelle der Form tritt der volle Begriff des Raums, anstelle des Bildes der syn\u00e4sthetische Begriff der Atmosph\u00e4re. Um wie viel leichter f\u00e4llt es uns jetzt, das Ereignis unmittelbar mit dem Raum, das Fest mit dem Saal wechselseitig zu verbinden \u2013 und auch die \u00c4hnlichkeit zwischen beiden zu erkennen. Wir sind dabei nicht allein auf das distanzierte Auge angewiesen, sondern verlassen uns ganz auf unser Gef\u00fchl.<a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftn11\"><sup>[11]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>II: Typologie oder&nbsp;<em>Lehre von der R\u00e4umlichkeit der Geb\u00e4ude<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Mit Bezug auf die oben genannten \u201einneren\u201c&nbsp;<em>Grundlagen der Architektur&nbsp;<\/em>und auf das transkribierende Entwerfen wird der Begriff \u201eTypologie\u201c als&nbsp;<em>Lehre von der R\u00e4umlichkeit der<\/em>&nbsp;<em>Geb\u00e4ude&nbsp;<\/em>verstanden. Gemeint ist die vorgestellte Gesamtheit erfahrbarer architektonischer Situationen, die als atmosph\u00e4rische R\u00e4ume in- mitten charakteristischer innerer und \u00e4u\u00dferer Formen erscheinen. Das \u201eTypische\u201c weist auf das Pr\u00e4gen der gewidmeten R\u00e4ume und ihrer Formen hin, das von den wiederkehrenden Ereignissen des Wohnens ausgeht. Die \u201einneren\u201c&nbsp;<em>Grundlagen&nbsp;<\/em>\u2013 Material<a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftn12\"><sup>[12]<\/sup><\/a>, Konstruktion<a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftn13\"><sup>[13]<\/sup><\/a>, Form<a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftn14\"><sup>[14]<\/sup><\/a>, Funktion<a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftn15\"><sup>[15]<\/sup><\/a>&nbsp;und Raum<a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftn16\"><sup>[16]<\/sup><\/a>&nbsp;\u2013 lassen sich dem Begriff \u201eTypologie\u201c als Eigenschaftlichkeiten eines Geb\u00e4udes zuordnen. Der Standpunkt im&nbsp;<em>Vorgestellten&nbsp;<\/em>wirft beim Entwerfen sinnliche Fragen auf, vor allem nach den Formen der R\u00e4ume, denn: Was Architektur wesenhaft ausmacht, findet sich in ihren Formen \u2013 die schlussendlich allein geplant und allein gebaut werden \u2013 nachweisbar angelegt, ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Material, die Logik der Konstruktion, die M\u00f6glichkeiten des Gebrauchs und das Wirken der R\u00e4ume. So spielen die grundlegenden Eigenschaften eines Geb\u00e4udes ineinander, und jeder Fall und jede F\u00fcgung verlangen nach \u00e4sthetischer Reflexion und Entscheidung.<\/p>\n\n\n\n<p>Exkurs:&nbsp;<em>Sprache<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>In der Linguistik meint Transkription die \u00dcbertragung von sprachlichen Ausdr\u00fccken auf eine phonetisch definierte Lautschrift, der die leibliche Artikulation und Wahrnehmung von Lauten zugrunde liegt. Wegen der \u00c4hnlichkeit k\u00f6nnen wir auf die Idee der Transkription aus der Linguistik zur\u00fcckgreifen: Auch f\u00fcr die Eigenschaften der Architektur, hier&nbsp;<em>Grundlagen&nbsp;<\/em>genannt, kann die syn\u00e4sthetische Wahrnehmung als grunds\u00e4tzlicher Ma\u00dfstab herangezogen werden.Die Idee des Entwurfs transkribiert den gedanklichen Ausdruck auf den entsprechenden \u00e4sthetischen Eindruck, den Gedanken auf das Gef\u00fchl, auf und f\u00fcr die&nbsp;<em>R\u00e4umlichkeit der<\/em>&nbsp;<em>Geb\u00e4ude<\/em>. Und also, ist so auch der Weg beschrieben, auf dem sich die Architektur mit Orten, Zeiten und Kulturen zu verbinden wei\u00df&#8230;<a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftn17\"><sup>[17]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>Poesie<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Architektur kann man ansehen als eine alte Sprache. Bleiben wir also f\u00fcr einen Moment noch bei der Metapher&nbsp;<em>Sprache der Architektur<\/em>.<a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftn18\"><sup>[18]<\/sup><\/a>&nbsp;Im \u00fcbertragenen Sinn lassen sich das Regelsystem zur sinnlichen F\u00fcgung der \u201einneren\u201c Grundlagen als Syntax und das zur sinnhaften Interpretation der \u201e\u00e4u\u00dferen\u201c Grundlagen als Semantik beschreiben. Dabei h\u00e4lt sich unsere \u00e4sthetische Reflexion ganz an die praktische Seite, an das Entwerfen und das Bauen, an Sinnlichkeit und Sinn der Architektur.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In Abhebung vom synonym verwendeten Begriff&nbsp;<em>Funktion<\/em>&nbsp;unterh\u00e4lt der Begriff&nbsp;<em>Zweck<\/em>&nbsp;eine unmittelbare Beziehung zu einem (veranlassenden) Subjekt. Mit anderen Worten: Wenn wir \u00fcber Funktion reden, dann wird beispielsweise ein \u201eWohngeb\u00e4ude\u201c eigenschaftlich beschrieben, wenn wir dagegen vom Gebrauch dieses Geb\u00e4udes sprechen, meinen wir das Wohnen und wenn wir nach dem Zweck fragen, dann sind \u2013 um im Beispiel zu bleiben \u2013 die Wohnenden wesenhaft angesprochen. Das Wohnen ist demnach nicht die Funktion des Geb\u00e4udes und also auch nicht seine Eigenschaft. Wenngleich die M\u00f6glichkeiten zu wohnen, ein \u201eWohnen\u201c (zuallererst wohl) r\u00e4umlich anzubieten, \u201eWohnen einzur\u00e4umen\u201c, die Funktion des Geb\u00e4udes grundlegend und eigenschaftlich beschreibt, wobei damit aber nicht die R\u00e4ume dieses Geb\u00e4udes selbst gemeint sein k\u00f6nnen, als vielmehr die der R\u00e4umlichkeit des Geb\u00e4udes hinterlegten Gebrauchsabsichten, -anweisungen oder auch -angebote. Das Wort \u201eWohnen\u201c nennt also den Gebrauch des Geb\u00e4udes und es weist in Art und Weise auf eine \u201eKultur des Wohnens\u201c hin, in deren zweckhaftem \u201eEinr\u00e4umen\u201c im Inneren und \u00c4u\u00dferen des Geb\u00e4udes sich die Verfasstheit der Wohnenden repr\u00e4sentativ bespiegelt. Adornos Versenken architektonischer Phantasie n\u00e4hme hier wohl seinen Anfang.<\/p>\n\n\n\n<p>Diesen Fragen will die 8. Aachener Tagung in gewohnter Weise in Thesendiskussionen und anhand realisierter Projekte nachgehen.<\/p>\n\n\n\n<p>1. Zweck und Architektur (Statement)<\/p>\n\n\n\n<p>Welche Bedeutung hat der Zweck f\u00fcr die architektonische Gestalt eines Baus? Welchen Stellenwert nimmt Zweck beim Zustandekommen der Architektur ein? Inwieweit geh\u00f6ren theoretische und praktische Vorstellungen von Zweck zu Grundlagen der Architektur?<\/p>\n\n\n\n<p>2. Zweck und Entwurf&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ist eine bestimmte und bestimmende Vorstellung von Zweck immer schon beim Entwerfen pr\u00e4sent und daher auch ein wesentlicher Bestandteil eines jeden Entwurfs? Bestimmt der Zweck Form, Konstruktion, Material, Funktion und Raum eines Baus, oder passt sich der Zweck in einer Wechselwirkung an diese an?<\/p>\n\n\n\n<p>3. Zweck und Bau&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In welcher Weise werden die zweckgebundenen entwurflichen Vorstellungen baulich umgesetzt? Welche Rolle spielt der Zweck f\u00fcr die architektonische innere und \u00e4u\u00dfere Erscheinung des Geb\u00e4udes und wie und wann werden diese \u00dcberlegungen auf verschiedenen Ebenen des Entwurfs- und Planungsprozesses untersucht und pr\u00e4zisiert?<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:112px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p style=\"font-size:11px\"><a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;Theodor W. Adorno: Funktionalismus heute (1977), in: Ders.:&nbsp;<em>Gesammelte Schriften in zwanzig B\u00e4nden<\/em>. Band 10.1., 7. Aufl., Frankfurt am Main 2018, S. 375\u2013395.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:11px\"><a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Verf.:&nbsp;<em>Die Zwei Elemente der Raumgestaltung<\/em>, T\u00fcbingen \/ Berlin 2009.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:11px\"><a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftnref3\">[3]<\/a>&nbsp;Graf Karlfried von D\u00fcrckheim: Untersuchungen zum gelebten Raum (1932), in: Andreas Denk \/ Uwe Schr\u00f6der \/ Rainer Sch\u00fctzeichel (Hrsg.):&nbsp;<em>Architektur. Raum. Theorie. Eine kommentierte Anthologie<\/em>, T\u00fcbingen \/ Berlin 2016, S. 380 ff.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:11px\"><a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>&nbsp;Eug\u00e8ne Minkowski: Le temps v\u00e9cu (1933), in: Otto Friedrich Bollnow: Mensch und Raum (1963), 8. Aufl., Stuttgart \/ Berlin \/ K\u00f6ln 1997, S. 13, 20, 23 ff.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:11px\"><a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Verf.: D\u00e9j\u00e0-vu. Orte der Architektur, in:&nbsp;<em>der architekt<\/em>&nbsp;3\/2017, S. 18\u201321.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:11px\"><a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Verf.: Aus der Zeit gefallen. Eine temporale Skizze der Architektur, in:&nbsp;<em>Die Architekt<\/em>&nbsp;6\/2023, S. 17\u201319.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:11px\"><a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>&nbsp;Oswald Mathias Ungers:&nbsp;<em>Die Thematisierung der Architektur<\/em>, Stuttgart 1983, Einleitung, S. 9\u201310.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:11px\"><a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftnref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd., S. 73 ff.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:11px\"><a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftnref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd., S. 9\u201310.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:11px\"><a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftnref10\"><sup>[10]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Verf.: Von Bildern und B\u00fcchern.&nbsp;<em>Oswald Mathias Ungers. Die Thematisierung der Architektur<\/em>, Eine Vorlesung im Rahmen von: Strategien des Entwerfens, Wintersemester 2020\/21, Fakult\u00e4t f\u00fcr Architektur der RWTH Aachen: https:\/\/youtu. be\/-CmAWkZdP1c?si=PUnVpWrhxk9AUlVH.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:11px\"><a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftnref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>&nbsp;Siehe: Verf.:&nbsp;<em>Drei Lehrer. Vom Wert der Theorie f\u00fcr den architektonischen Entwurf<\/em>, K\u00f6ln 2019, Prolog, S. 27.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:11px\"><a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftnref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Verf.: Janus. Material und Architektur, in:&nbsp;<em>der architekt&nbsp;<\/em>6\/2017, S. 21\u201323.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:11px\"><a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftnref13\"><sup>[13]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Verf.: Architektonik des Raums. Zur Konstruktion in der Architektur, in:&nbsp;<em>der architekt<\/em>&nbsp;6\/2019, S. 20\u201325.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:11px\"><a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftnref14\"><sup>[14]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Verf.: Offene Form und architektonische Entscheidung, in:&nbsp;<em>Die Architekt<\/em>&nbsp;6\/2022, S. 14\u201317.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:11px\"><a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftnref15\"><sup>[15]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;Vgl. Verf.: Architektonische Phantasie. F\u00fcnf \u00dcberlegungen zur Funktion von Architektur und Stadt, in:&nbsp;<em>der architekt&nbsp;<\/em>6\/2018, S. 18\u201321.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:11px\"><a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftnref16\"><sup>[16]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Verf.: Raumverst\u00e4ndnis f\u00fcr Architektur&#8230; und auch f\u00fcr Stadt, in:&nbsp;<em>der architekt<\/em>&nbsp;6\/2020, S. 19\u201322.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:11px\"><a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftnref17\"><sup>[17]<\/sup><\/a>&nbsp;Der alles \u00fcberlagernde Diskurs zur Nachhaltigkeit \u00fcberspringt die tieferliegenden, ort-, zeit- und zweckgebundenen Fragen nach dem Wohnen und den Wohnenden, und nach Architektur und Stadt. Kritisch sollte das Thema unter der zeitlichen Dichotomie von Trend und Tradition behandelt werden: Ein rechnerisch-nachhaltiges Geb\u00e4ude f\u00fchrt mitnichten zu einer gelingenden Architektur&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:11px\"><a href=\"applewebdata:\/\/A7415999-7944-4E3B-A8A9-2A240A70AB18#_ftnref18\"><sup>[18]<\/sup><\/a>&nbsp;Auch Ungers spricht von Sprache der Architektur, ohne auf Inhalt und Bedeutung einzugehen: \u201e(&#8230;), so besteht auch f\u00fcr die Architektur nicht nur die M\u00f6glichkeit, sondern auch die k\u00fcnstlerische Notwendigkeit, Ideen mit der Sprache der Architektur als Raumkompositionen sichtbar und erlebbar werden zu lassen.\u201c, in: Ungers 1983, S. 9.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eArchitektonische Phantasie w\u00e4re demnach das Verm\u00f6gen, durch die Zwecke den Raum zu artikulieren,\u00a0sie Raum werden zu lassen; Formen nach Zwecken zu errichten. Umgekehrt kann der Raum und das\u00a0Gef\u00fchl von ihm nur dann mehr sein als das arm Zweckm\u00e4\u00dfige, wo Phantasie sich in die Zweckm\u00e4\u00dfigkeit versenkt.\u201c[1]\u00a0 Seit 2017 geht die Aachener Tagung \u201eIdentit\u00e4t der Architektur\u201c einer &hellip; <a href=\"https:\/\/ida.rwth-aachen.de\/?page_id=5067\" class=\"more-link\">Continue reading <span class=\"screen-reader-text\">Thema<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-5067","page","type-page","status-publish","hentry"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ida.rwth-aachen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/5067","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ida.rwth-aachen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/ida.rwth-aachen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ida.rwth-aachen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ida.rwth-aachen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5067"}],"version-history":[{"count":23,"href":"https:\/\/ida.rwth-aachen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/5067\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5913,"href":"https:\/\/ida.rwth-aachen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/5067\/revisions\/5913"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ida.rwth-aachen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5067"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}