{"id":4,"date":"2016-07-20T13:46:49","date_gmt":"2016-07-20T11:46:49","guid":{"rendered":"http:\/\/ida.rwth-aachen.de\/?page_id=4"},"modified":"2024-12-09T16:30:38","modified_gmt":"2024-12-09T15:30:38","slug":"tagung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ida.rwth-aachen.de\/?page_id=4","title":{"rendered":"Tagung"},"content":{"rendered":"<p>Unter wechselnden Themen stellt die j\u00e4hrliche Tagung die grundlegende Frage nach der Identit\u00e4t der Architektur \u2013 eine Frage, die das Selbstverst\u00e4ndnis der Disziplin angeht und sich zuerst an ihre ma\u00dfgeblichen Vertreter richtet, an die Architekten.<\/p>\n<p>Dass sich die Architektur in Deutschland nicht mehr Schulen zuordnen l\u00e4sst, zeichnete sich bereits im ausgehenden letzten Jahrhundert ab. Vor dem Hintergrund verblassender Traditionslinien hat die disziplin\u00e4re Orientierung eine Spiegelung erfahren. An die Stelle gemeinsamer und gemeinschaftlicher Vorstellungen von Architektur und Stadt, von der Disziplin, sind vermehrt vereinzelte und scheinbar r\u00fcckhaltlose Absichten getreten. Die einhergehende erh\u00f6hte Aufmerksamkeit f\u00fcr das \u201eNeue\u201c stellt sich in einer globalisierten medialen Pr\u00e4senz der Bilder dar. Inwiefern sich in dieser Entwicklung eine \u201espezifisch erh\u00f6hte kulturelle Sensibilit\u00e4t\u201c (U. Schwarz) ausdr\u00fcckt, die auf gesellschaftliche Kontexte verweist, wirft die Frage nach der Identit\u00e4t der Architektur auf, die sich infolge auch an die Lehre der Disziplin richtet \u2013 an die Ausbildung von Architekten.<\/p>\n<p>Der Wandel \u00e4u\u00dferer Interessen und die Anforderungen, die an die Architektur aus Politik, Gesellschaft, Industrie und Medien herangetragen werden, gewinnen zunehmend an Einfluss: Klimawandel, Migration, ver\u00e4nderte Arbeitswelten und erneuerte Lebensentw\u00fcrfe geben Anlass zu kurzfristigen, praktikablen und anpassungsf\u00e4higen L\u00f6sungen und lassen dagegen zugleich andere baukulturelle Anforderungen \u2013 beispielshalber nach dem Ortsbezug der Architektur \u2013 in den Hintergrund treten. Entgegen anderer Behauptungen f\u00fchren diese Entwicklungen jedoch nicht zu erweiterten Handlungsfeldern innerhalb der Disziplin, vielmehr leisten die immer komplizierteren und oft widerspr\u00fcchlichen Rahmenbedingungen einer Spezialisierung Vorschub, die dem \u00fcberkommenen generalistischen Anspruch der Architektur entgegensteht. Die Tendenz das Bauen als Addition spezialisierter Kompetenzen und nicht mehr als ein Ganzes zu sehen, birgt die Gefahr, dass Architekten zunehmend aus dem konkreten Planungs- und Bauprozess verdr\u00e4ngt und auf die Rolle des Gestalters von Bildern und Oberfl\u00e4chen beschr\u00e4nkt werden.<\/p>\n<p>Der Zerfall der Disziplin zeigt sich in einer transdisziplin\u00e4ren Offenheit, in der die Architektur wechselweise als Gegenstand der Kunst, des Designs, der Technologie, der Forschung, der Wertsch\u00f6pfung oder des medialen Ereignisses erscheint und verhandelt wird. Das Selbstverst\u00e4ndnis der Disziplin, sowie die Rolle des Architekten selbst sind zunehmend uneindeutig geworden und ziehen einerseits das Berufsverst\u00e4ndnis und andererseits die Architekturlehre und -ausbildung ins Fragw\u00fcrdige.<br \/>In Anbetracht dieser wachsenden Un\u00fcbersichtlichkeit und inkonstanten Orientierung geht die Tagung unter dem Begriff der \u201eIdentit\u00e4t\u201c den Fragen nach dem Kern der Disziplin und ihren fundamentalen Dimensionen nach: Wie steht es um die elementaren Aspekte und die allgemeinen universellen Themen der Architektur? Haben die \u00fcberlieferten vitruvianischen Kriterien \u2013 utilitas, firmitas, venustas \u2013 denen die Architektur zu gen\u00fcgen hatte, auch heute noch Bestand? Gelten \u00fcberhaupt noch zeitlose, verbindliche, \u201einnere\u201c Bestimmungen der Disziplin in Hinsicht einer gelingenden Architektur? Welchen Stellenwert zwischen Theorie und Praxis beanspruchen die darauf rekurrierenden Begriffe: Ort, Material, Gebrauch, R\u00e4umlichkeit, Konstruktion, Anmutung usw.<\/p>\n<p>Gleich einer Inventur hinterfragt und erforscht die Tagung zur \u201eIdentit\u00e4t der Architektur\u201c den gegenw\u00e4rtigen Bestand der Disziplin, gemeint ist der Bestand an verbindlichen Grundlagen, Techniken, Prinzipien, Methoden, Begriffen, Referenzen und Vorstellungen, die Entwurf und Bau von Architektur und Stadt betreffen. Mit der Feststellung des Inventars verfolgt die Tagung das Ziel, die Beitr\u00e4ge zur \u201einneren\u201c Bestimmung der Disziplin f\u00fcr den Diskurs \u00fcber Architektur und als Publikationsvorhaben f\u00fcr Praxis, Lehre und Forschung bereitzustellen und so eine anschauliche Ann\u00e4hrung an die Komplexit\u00e4t der Profession zu leisten.<br \/>Die Aufnahme erfolgt in j\u00e4hrlichen Tagungen unter den jeweils vorgegebenen und zu verhandelnden Themen. Teilnehmer der Tagung sind in erster Linie Architekten, die einen relevanten, entwurflich\/baulichen Beitrag unter dem jeweiligen Thema der Tagung vorgelegt haben. Mit der Diskussion am konkreten gebauten Beispiel ergibt sich so erst die M\u00f6glichkeit, insbesondere auch den Fragen zu Methoden, Werkzeugen und Prozessen nachzugehen, die Entwurf und Bau des jeweiligen Beispiels bestimmt haben.<\/p>\n<p>Die Tagung \u201eIdentit\u00e4t der Architektur\u201c wird von einem wissenschaftlichen Komitee begleitet.<\/p>\n<p>Die Veranstaltung wird als Fortbildung mit einem Umfang von 10 Punkten f\u00fcr die Mitglieder der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen anerkannt.<br \/>Mitglieder der Architektenkammer Baden-W\u00fcrttemberg erhalten 5 Fortbildungspunkte, Mitglieder der Architektenkammer Hessen 8 Punkte und die der Architektenkammer Rheinland-Pfalz 9 Punkte.<\/p>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter wechselnden Themen stellt die j\u00e4hrliche Tagung die grundlegende Frage nach der Identit\u00e4t der Architektur \u2013 eine Frage, die das Selbstverst\u00e4ndnis der Disziplin angeht und sich zuerst an ihre ma\u00dfgeblichen Vertreter richtet, an die Architekten. 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