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Die 2. Aachener Tagung thematisiert das Material als eine der grundsätzlichen Einflussgrößen bei Entwurf und Bau von Architektur und Stadt.
Architektur ist an Material gebunden, Rohstoffe werden zu Werkstoffen, Baumaterialien und Halbzeugen gewandelt. So kommt dem Material eine bestimmte und bestimmende Rolle zu: das Material baut Formen, das Material stimmt Räume.Vor dem Hintergrund eines sich stetig weiter wandelnden Materialkanons kommt der seit Mitte des 19. Jahrhunderts in den architektonischen Diskursen immer wieder erneut aufgeworfenen Frage nach den Baustoffen und ihrer Materialität auch gegenwärtig ein ungebrochen hoher Stellenwert zu. Er zeigt sich beispielshalber in der aktuellen Faszination für „natürliche“ Materialien, die zur Erzeugung von Charakter, Ausdruck und Atmosphäre eines Gebäudes und seiner Räume eingesetzt werden. Architektonische Gestalt und materielle Verfasstheit sind in sofern unmittelbar aneinander gebunden. Der gestalterische Umgang mit dem Material, im Besonderen mit seiner Oberfläche, ist mit den verschiedenen Möglichkeiten von Interpretation und Umwidmung ein zentrales Thema heutiger Architektur. Oftmals stellen sich Fragen nach einem kohärenten Zusammenhang zwischen gewünschtem architektonischem Ausdruck, dem gegliederten Aufbau des Gebäudes und der strukturellen Beschaffenheit des gewählten Materials.
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Auch wenn im Betreff des Materials begrifflich nicht mehr von Stil, von Gerechtigkeit, von Echtheit usw., als vielmehr verallgemeinernd von Eigenschaften die Rede ist, gehören die immanenten und diesbezüglich wesentlichen Fragen nach Sinn, Bedeutung und Wirkung des Materials nach wie vor zu Grundlagen der Architektur.Doch welche Eigenschaften werden mit den verschiedenen Materialien eigentlich in Verbindung gebracht und welche entwurflichen und baulichen Absichten werden insofern mit der Wahl der Materialien verfolgt? Sind es zunächst „natürliche“ Eigenschaften, z.B. Festigkeit, Dauerhaftigkeit, Farbigkeit usw. und/oder „konstruktive“ Eigenschaften, z.B. Formbarkeit, Tragfähigkeit usw., die eine Auswahl bestimmen? Welchen Einfluss haben hier die zunehmend drängenden Fragen nach Kreislauffähigkeit und Umweltverträglichkeit heutiger industriell erzeugter synthetischer Werkstoffe, Halbzeuge und Bauteile. Welche erweiterten Aussagemöglichkeiten verbinden sich mit dem Material, z.B. in Hinsicht von Verweisen auf topographische, geschichtliche oder atmosphärische Orte? Hat das Material an sich einen Wert, oder ist es wertlos und ein Wert lässt sich vielmehr erst durch den Umgang, die Ver- oder Bearbeitung und Fügung des Materials bestimmen? Ist das Material an Form gebunden, oder die Form an das Material?In welcher Weise ist das Material an Raum, Räume und Räumlichkeit gebunden? Das Material hat auf den Vorgang der Wahrnehmung von Architektur tiefgreifenden Einfluss. Boden, Wand und Decke beeinflussen mit ihrer Stofflichkeit – glatt oder rau, glänzend oder matt, dicht oder porig, schillernd oder schlicht usw. – nicht nur das ästhetische Erscheinen ihrer selbst, sondern zugleich auch dasjenige, der von ihnen hervorgebrachten Räume. Die synästhetische Wahrnehmung architektonischer Räumlichkeit ist gleichwohl nicht von der kulturellen und gesellschaftlichen Anerkennung sich wandelnder Materialidentitäten zu trennen…Unter drei vorgegebenen Fragestellungen und anhand beispielhafter, gebauter Projekte sollen die verschiedenen Positionen im Umgang mit dem Material aufgezeigt und zur Diskussion gestellt werden:1. Material und Architektur (Statement)
Welche Bedeutung hat das Material für die architektonische Qualität eines Baus? Welchen Stellenwert nimmt es beim Zustandekommen von Architektur und Stadt ein. Inwieweit gehören Theorie und Praxis des Materials zu den Grundlagen der Architektur?2. Material und Entwurf
Ist eine bestimmte und bestimmende Vorstellung vom Material bereits beim Entwerfen vorhanden und ist diese Vorstellung daher vielleicht immer schon ein fester Bestandteil eines jeden Entwurfs? Bestimmt das Material die innere Ordnung des Baus oder geht die Materialwahl daraus hervor?3. Material und Bau
Auf welche Weise werden die materialgebunden entwurflichen Vorstellungen vermittelt und baulich umgesetzt? Welche Rolle spielen die Bearbeitung, Fügung und Ordnung von Materialien für die Erscheinung und wie werden diese Überlegungen auf den verschiedenen Ebenen des Entwurfs- und Planungsprozesses untersucht und präzisiert.

Vorträge / Videos



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1. Tag: 25. Januar 2018

Grußwort: Alexander Markschies, Dekan der Fakultät für Architektur
Zur Einführung: Hartwig Schneider und Uwe Schröder

  • Zur Einführung: Wolfgang Pehnt
  • Baumschlager Eberle – Bürogebäude 2226
  • Sauerbruch Hutton – K House
  • Wandel Lorch Architekten – Ökumenisches Zentrum Hafencity
  • Peter Böhm – Ägyptisches Museum München
  • AFF Architekten – Haus Lindetal
  • Diener & Diener – Swiss Re Headquarters, Zürich
  • Almannai Fischer – Turnhalle Heiming
  • Hild und K Architekten – Umbau TU München
  • Bruno Fioretti Marquez – Meisterhäuser Dessau
  • Günter Pfeifer – Gemeindezentrum und Kirche, Niedererlenbach
  • Rolf Mühlethaler – Freilager Zürich
  • Lederer Ragnarsdóttir Oei – Historisches Museum Frankfurt
  • Rapp + Rapp – Kulturzentrum Jonkershove
  • Modulorbeat – Switch+, Münster
  • Max Dudler – Weingut Cantzheim Trier

Podiumsdiskussion mit Jórunn Ragnarsdóttir, Piero Bruno, Günther Pfeifer und  Rolf Mühlethaler, moderiert von Jasper Cepl

2. Tag: 26. Januar 2018

Zur Einführung: Hartwig Schneider und Uwe Schröder

  • Florian Nagler Architekten – Gut Karpfsee
  • Beat Consoni – Werksfeuerwehr Herisau
  • Heide & von Beckerath – Umspannwerk Sellerstraße Berlin
  • jessenvollenweider – Staatsarchiv des Kantons Thurgau
  • Springer Architekten – Bundesstiftung Baukultur Potsdam
  • Robertneun – Frischeparadies Stuttgart
  • Peter Grundmann – Haus Nelling II
  • Hans Kollhoff – Büro- und Geschäftshaus Lilienstraße
  • Carsten Roth Architekt – Columbia Twins Hamburg
  • Gigon Guyer – Bürogebäude Lagerstraße Zürich
  • Brückner & Brückner Architekten – Begegnungsstätte Haus Johannistal
  • Christoph Mäckler – Büro- und Geschäftshaus Goethestraße
  • NKBAK Architekten – Europäische Schule Frankfurt
  • Thomas Kröger – Tenne, Uckermark
  • Kleihues + Kleihues – Hotel H 10 Berlin
  • Meili Peter Architekten – Sprengel Museum Hannover
  • Podiumsdiskusson mit Helga Timmermann, Peter Grundmann, Jörg Springer und Nils Buschmann moderiert von Michael Mönninger

    Publikation
    Die Publikation zur 2. Tagung befindet sich in Arbeit und wird zur 3. Tagung erscheinen.

     

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